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Trading Lexikon

Zinsen

Hier im Trading-Wiki erhalten Sie wissenswerte Artikel rund um das Thema Börse. In diesem Artikel erfahren Sie alles wichtige über Zinsen.

Inhalt

Was sind Zinsen?

In der Volkswirtschaftlehre beschreiben Zinsen den Preis, der fällig wird, um sich einen bestimmten Geldbetrag für einen gewissen Zeitraum zu leihen. Zinsen werden hierbei in Form eines rechnerischen Jahreszinses angegeben, auch wenn die Laufzeit des Kredites 6 Monate oder eine Dekade beträgt. Investoren, welche in Zinspapiere wie Anleihen investieren, müssen aber zwei wesentliche Faktoren berücksichtigen:

So kann ein Anleger einen enormen Kaufkraftverlust seiner Ersparnisse bei einer Anlagedauer von beispielsweise 10 Jahren erleiden, sofern die Teuerungsrate oberhalb des Zinssatzes liegt. In Zeiten einer Hyperinflation, wie es in Deutschland in den Jahren von 1921 bis 1923 der Fall war, kann der Kaufkraftverfall so enorm sein, dass der Anleger trotz optisch hoher Zinsen de facto einen Totalverlust erleiden kann.

An den Anleihemärkten werden Zinspapiere mit unterschiedlichen Laufzeiten gehandelt. Dabei können die Renditen für Schuldverschreibungen mit kurzer Laufzeit deutlich höher oder niedriger sein als für Papiere mit langer Laufzeit. Die kurzfristigen Zinsen betragen beispielsweise 10 %. Erwarten die Marktteilnehmer nun, dass die Zinsen wieder rasch sinken, so kann der Zinssatz für Anleihen mit langer Laufzeit deutlich unterhalb der Marke von 10 % liegen.

Der Einfluss der Zentralbanken auf die Zinsen

In der Regel legen die Notenbanken das Niveau für kurzfristige Zinsen durch ihre Leitzinspolitik fest. Daher haben Institutionen wie die Fed oder EZB einen erheblichen Einfluss auf das kurzfristige Laufzeitende. Will die EZB beispielsweise die Wirtschaft mit billigem Geld ankurbeln, so wird die Institution in der Regel den Leitzins auf einem niedrigen Niveau halten.

Das Bild zeigt das Logo der Europäischen Zentralbank (EZB), die Festlegung der Zinsen in der Eurozone verantwortlich ist, mit dem Gebäude der EZB im Hintergrund.

Gleichzeitig kann sie auch mit Anleihenkaufprogrammen das Zinsniveau bei langfristigen Anleihen beeinflussen und somit die Zinsen künstlich niedrig halten. Grundsätzlich regen Zinsen weit unterhalb der Inflationsrate die Kreditaufnahme bei vielen Marktakteuren an, während Sparen gleichzeitig unattraktiv wird. Daher sind Sparer in einem solchen Szenario geneigt, vermehrt in Sachwerte wie Immobilien zu investieren, was unter anderem die Baukonjunktur positiv beeinflusst.

Ein weiterer wesentlicher Faktor, der für die Höhe des Zinses ausschlaggebend ist, ist die Bonität des Schuldners. Besteht bei einem Unternehmen, welches ebenfalls Anleihen begibt, ein vergleichsweise umfangreiches Ausfall- oder Insolvenzrisiko, so bieten diese Schuldverschreibungen in der Regel deutlich höhere Renditen als Anleihen von vergleichsweise sicheren Schuldnern. Dennoch können solche Papiere zu einem Totalverlust führen, sofern die Ausfallwahrscheinlichkeit eines Anleiheemittenten sehr hoch ist. 

Ratingagenturen wie S&P oder Fitch bewerten fortlaufend die Bonität von Schuldnern. Dabei sind die Ratings überaus wichtig für die Kursentwicklung der jeweiligen Anleihen. Dennoch besteht selbst mit Spitzenratings (auch bekannt als Triple A oder AAA) keine absolute Sicherheit vor einem Ausfall des Schuldners. Ein Beispiel sind die Lehman Brothers, die ihre Bilanzrisiken trotz Spitzenrating verschleiert hatten.

Zero-Bonds und Zinsen

Eine besondere Form von Anleihen stellt der Zero-Bond dar. Hierbei erhält der Anleger für den Rest der Laufzeit keine jährlichen Zinszahlungen. Vielmehr bekommt er lediglich am Ende einen fest definierten Betrag von beispielsweise 100 Euro ausgezahlt. Wird ein zehnjähriger Zero-Bond beispielsweise zu 100% des Nominalbetrages gehandelt, so impliziert dies eine effektive Rendite von 0%. 

Je tiefer der Kurs der Anleihe fällt, desto höher sind im Gegenzug die Zinsen. So können zehnjährige Zero-Bonds beispielsweise zu 50% des Nominalbetrages gehandelt werden. Dies entspricht für die Dauer von einer Dekade einer Verdopplung des nominalen Anlagebetrags. 

Fällt das Zinsniveau, so nähert sich der Kurs des Zero-Bonds der Marke von 100% an. Demgegenüber verliert der Kurs des Zero-Bonds bei steigenden Zinsen an Wert verliert. Gerade bei langen Laufzeiten können Zinsänderungen einen massiven Einfluss auf den Wert von Zero-Bonds, aber auch normalen Anleihen nehmen, was auch für Anleiheinvestoren ein Risiko darstellt.

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