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Was bringt die technische Analyse?

04. September 2023

Hier im Magazin erhalten Sie Neuigkeiten und Wissenswertes rund um das Thema Börse. Weiters finden Sie hier immer aktuelle Informationen zu unseren Produktangeboten. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, was Sie von der technischen Analyse erwarten können.

Inhalt

Bild zur technischen Analyse zeigt einen sitzenden Mann, der sich auf den Knien Notizen macht. Im Hintergrund befindet sich ein Monitor, auf dem ein Chart und eine Preisliste zu sehen ist.

Der grundsätzliche Handelsansatz im Börsenhandel splittet sich in zwei Lager auf: die technische Analyse und die fundamentalen Analyse. Beide Lager haben eine absolute Daseinsberechtigung. Es ist schwer zu sagen, welcher Ansatz besser oder schlechter ist und mit welchem Ansatz mehr verdient werden kann. Fakt ist aber eines: Der jeweilige Ansatz ist immer nur so gut wie die Person, die dahinter steht und diesen umsetzt.

Die größten bzw. bekanntesten Investoren der Geschichte sind Warren Buffett, André Kostolany und George Soros. Alle diese großen Namen hatten ihren ganz eigenen Stil, um an den Finanzmärkten mit Spekulation das große Geld zu verdienen. Sie konnten sich über viele Jahre an der Börse behaupten. Somit macht es also keinen Sinn das Lager der Fundamentalisten oder auch das Lager der technischen Analysten zu verteufeln. 

Trading ist nichts anderes als das Ausspielen von Wahrscheinlichkeiten. Weder ein technischer Analyst noch ein Fundamentalist kann mit Sicherheit sagen, in welche Richtung sich der Markt in Zukunft bewegen wird. Er kann lediglich versuchen, den Markt oder auch den Einzelwert zu analysieren und auf dieser Grundlage seine Investmententscheidung zu treffen. Dabei spielen Erfahrung und der Handelsansatz eine entscheidende Rolle.

Technische Analyse und Fundamentalanalyse

Bei der fundamentalen Analyse bildet die Auswertung verschiedener Kennzahlen eines Unternehmens die Grundlage der Investmententscheidung. 

Auf der anderen Seite stehen die technischen Analysten. Sie analysieren und klassifizieren Charts anhand verschiedener Ansätze, auf deren Grundlage sie ihre Investmententscheidung treffen. 

Die Logik hinter der technischen Analyse

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie werfen eine Münze. Die Münze zeigt entweder Kopf oder Zahl. Die Chance ist bei jedem Wurf 50 zu 50 und somit immer gleich. Ähnlich wie beim Münzwurf kann auch beim Trading ein bestimmtes Ereignis mit angepasster Wahrscheinlichkeit entweder eintreten oder nicht. Es besteht immer ein gewisses Risiko und keine Garantie für den Erfolg.

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Nun haben Sie die Münze aber so präpariert, dass sie öfter Zahl zeigt als Kopf. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Münze nun Zahl zeigt, liegt damit beispielsweise bei 55 zu 45. Hiermit hätten Sie die Ausgangslage zu Ihren Gunsten verändert. So können Sie eben auch beim Trading auf verschiedene Strategien und Techniken zurückgreifen, um das Risiko zu minimieren und die Wahrscheinlichkeit eines Erfolgs zu erhöhen.

Wahrscheinlichkeitsaussagen für das Trading nutzen

Eben jenes Ziel, d. h. Risiken zu begrenzen und die Wahrscheinlichkeit eines Gewinns zu erhöhen, verfolgt die technische Analyse. Sie nutzt Chartdaten, um Muster und Trends zu identifizieren und die zukünftige Preisentwicklung von Wertpapieren vorherzusagen. Das Einhalten von Setups bietet dabei keine hundertprozentige Sicherheit, da die Vorhersage von Finanzmärkten immer spekulativ bleibt. 

Wer also glaubt durch technische Analyse, fundamentale Analyse oder einen anderen Handelsansatz eine hundertprozentige Trefferquote an den Finanzmärkten zu erzielen, der wird früher oder später eines Besseren belehrt.

Wie funktioniert die technische Analyse?

Wie bereits erwähnt gibt es bei der technischen Analysen verschiedene Ansätze. Ihre Gemeinsamkeit liegt jedoch immer darin, dass sie sich auf historische Preisdaten stützen. Als Analysewerkzeuge werden u.a. verwendet:

– Indikatoren / Oszillatoren

Es gibt unzählige Indikatoren, die Trader nutzen, um eine gewisse Sicherheit in ihr Trading zu bekommen. Dabei ist es üblich mathematische Berechnungen anhand von Kursparametern durchzuführen. Der bekannteste Indikator ist der gleitende Durchschnitt. Hierbei wird ein Durchschnittswert der vergangenen x Tage gebildet und in einer Kurve dargestellt. Die größte Relevanz hat dabei der 20-Tage Durchschnitt. Beim kreuzen der Kurse mit der 200-Tage-Linie werden dann entsprechende Handelssignale abgeleitet. Gerade in Trendmärkten funktioniert eine Handelsstrategie mithilfe des gleitenden Durchschnittes sehr gut. In Seitwärtsmärkten ist hingegen mit Verlusten zu rechnen.

Es gibt aber auch Indikatoren, die nicht aus dem Kursverlauf abgeleitet werden. Hierzu zählen beispielsweise Sentimentindikatoren, die bestimmte Marktstimmungen auffangen sollen. Ein gutes Beispiel ist die Put-Call-Ratio. Sie gibt einen Hinweis darauf, ob die Marktteilnehmer überwiegend auf steigende oder fallende Kurse setzen. 

Wenn die Put-Call-Ratio 0,5 ist, dann wurden doppelt so viele Calls wie Puts gekauft. Dies ist ein Indiz dafür, dass die Marktstimmung sehr positiv ist und die Mehrheit der Marktteilnehmer bereits auf steigende Kurse gesetzt hat. In diesem Fall könnte die Wahrscheinlichkeit von fallenden Kursen erhöht sein. Denn wenn alle schon long engagiert sind, dann kauft keiner mehr. Das heißt, dass dieser Indikator gern als Kontraindikator Verwendung findet.

– Trendlinien

Trendlienien visualisieren einen Trend. In einem Long-Trend verbindet man die steigenden Tiefs miteinander, während man in einem Short-Trend die fallenden Hochs miteinander verbindet. Häufig lässt sich feststellen, dass die Kurse an den Trendlinien reagieren und wieder in Richtung des Trendes laufen. Bei einem Trendlinienbruch gilt dies meist als Indiz dafür, dass sich der alte Trend nicht weiter fortsetzt.

Technische Analyse Chart Beispiel

– Chartmuster

Chartmuster sind ebenfalls ein beliebtes Mittel, um zukünftige Kurse zu prognostizieren. Die Chartformationen sind dabei gut mit dem Verhalten der Marktteilnehmer zu erklären. Wenn beispielsweise eine Kopf-Schulter-Formation vorliegt, dann wird der alte Trend gebrochen und ein neuer Trend in die Gegenrichtung initiiert. Dies ist ein mögliches Indiz für eine Trendumkehr. Warum diese Formation auf eine Trendumkehr hindeutet, lässt sich mithilfe der Markttechnik und dem Wissen, wie Börsenkurse entstehen, erklären.

Arten von Charts

Durch die verschiedenen Tradingansätze entstanden im Laufe der Zeit auch unterschiedliche Charts, welche bestimmt Details visualisieren sollten. Am weitesten verbreitet sind Balkenchart und Candlestick Chart. Hier kann man Eröffnungs- und Schlusskurse und die Handelsspanne auf einen Blick sehen.

  • Balkenchart
  • Linienchart (Chart auf Schlusskursbasis)
  • Point und Figure Chart
  • Candlestick Chart
  • Kagi Chart

Instrumente der technischen Analyse

1. Trends und Trenderkennung

2. Handelsspannen

3. Unterstützung und Widerstandslinien

4. Chartformationen:

  • Flaggen
  • Wimpel
  • Dreiecke
  • Keil
  • Gaps
  • Umkehrstäbe
  • Top- und Bodenformationen
  • V-Tops und V-Böden
  • Kopf-Schulter-Formationen
  • Untertassen-Formation
  • Island Reversel
  • Doppeltops und Doppelböden

 

5. Indikatoren und Oszillatoren

6. Gleitende Durchschnitte

7. Rate of Change

8. Relative Strength Index (RSI)

9. Moving Average Channel

10. Moving Average Convergent Divergence (MACD)

11. Bollinger Bänder

Vorteile der technischen Analyse

Die technische Analyse bietet dem Trader eine Vielzahl von Vorteilen. Zum einen besteht die Möglichkeit, eine Vielzahl an Märkten zu handeln, da sie in allen gleichermaßen anwendbar ist. Zudem erfordert die technische Analyse in der Regel weniger Zeit als die fundamentale Analyse, da sie sich auf die Analyse von Charts und Preisbewegungen, anstatt auf Unternehmenskennzahlen und Geschäftsberichte konzentriert. Mit sogenannten Watchlists können Anleger Wertpapiere, die einen klaren Trend aufweisen, sortieren und somit ihr Anlagespektrum entschieden erweitern.

Obwohl es eine große Anzahl von technischen Hilfsmitteln gibt, die dem Trader zur Verfügung stehen, z. B. Trendlinien, können Trader mit der technischen Analyse selbstständig eine Handelsentscheidung treffen. Außerdem funktioniert die technische Analyse in allen Zeiteinheiten und Trendgrößen, denn alle nötigen Informationen, die Trader benötigen, liefert der reine unverfälschte Chart. Viele Marktteilnehmer sehen in der technischen Analyse auch eine Art Massenpsychologie bzw. selbst erfüllende Prophezeiung, bei der vergangene Chartmuster und -formationen sich in der Zukunft wiederholen werden. 

Insgesamt ist die technische Analyse ein nützliches Tool für Trader, um den Markt zu analysieren und Handelsentscheidungen zu treffen.

Warum haben Chartformationen und die technische Chartanalyse eine Relevanz?

Die technische Analyse wird oft kontrovers diskutiert, da auf Basis vergangener Kursdaten auf zukünftige Entwicklungen geschlossen wird. Die meisten Trader, die diesen Ansatz nutzen, handeln kurz- bis mittelfristig. Sie suchen einen gewissen Wahrscheinlichkeitsvorteil. Es geht nicht darum, die Entwicklung eines Unternehmens bis ins Detail zu analysieren, um dann eine Investitionsentscheidung zu fällen, welche über mehrere Jahre Bestand haben soll. Sie betrachten die Kurse als Summe aller Handelsentscheidungen und nutzen Trends, um günstig einzusteigen. 

Beispiel einer Technischen Analyse

Ein wichtiger Aspekt bei der technischen Analysen ist die Annahme, dass alle Marktteilnehmer gut informiert sind und keiner einen Informationsvorsprung hat. Wenn die Marktteilnehmer von einer Aktie überzeugt sind und diese kaufen, dann macht sich das in einem Aufwärtstrend bemerkbar. Trader versuchen dann, auf diesen Trend aufzuspringen und von der allgemeinen Nachfrage zu profitieren. 

Institutionelle Investoren wie Fonds oder Vermögensverwalter analysieren Unternehmen und versuchen, günstige Marktniveaus abzupassen, um sich dort einzukaufen. Sie tun dies in der Regel nicht auf einmal, sondern schrittweise und versuchen immer wieder, bei nachgebenden Kursen nachzukaufen. Dies führt dazu, dass sich Trends bilden, die von Tradern genutzt werden können, um günstige Einstiegspunkte zu finden.

Warum funktioniert die technische Chartanalyse?

Eine Gruppe an Ökonomen folgt der sogenannten Random Walk Theorie. Diese besagt, dass die Kursentwicklung rein zufällig geschieht. Wenn dies so ist, dann dürfte technische Analyse keinen beständigen Handelsgewinn bringen. Jedoch wird diese Theorie widerlegt, dass die Kurstellung auf der Summe der Entscheidungen aller Marktteilnehmer basiert. 

Das heißt, dass die Börse den Kurs stellt, welcher Angebot und Nachfrage am besten zusammen führt. Die Entstehung von klaren Trends zeigt, dass die Entscheidungen der Marktteilnehmer keineswegs zufällig sind. Sie entstehen nur, weil bestimmte Marktteilnehmer Aktien an markanten Punkten kaufen oder eben verkaufen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Trend fortsetzt, ist damit höher als dass er bricht. Diese Signifikanz dürfte nach der Random-Walk-Theorie nicht bestehen. 

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Man kann aber auch noch einen anderen Tatbestand als zusätzlichen Beweis verwenden, um das funktionieren von Chartanalyse zu manifestieren. Es gibt immer wiederkehrende Chartmuster, welche man mit bloßem Auge erkennen kann. Diese Chartmuster würden nicht in so regelmäßigen Abständen erscheinen, wenn es rein zufällige Ergebnisse wären.

Das Problem bei der Chartanalyse ist aber, dass man sie mathematisch schwer beweisen kann, da die Chartmuster nicht immer so ideal aussehen. Wer schon einmal live gehandelt hat, der wird wissen, wovon wir sprechen. An markanten Punkten im Chart werden auch mal die Stops gefisht. In dem Fall wird die Chartformation kurz verlassen, um dann doch wieder in die typische Richtung zu drehen. Das ist auch der Grund warum dasTrading so schwierig ist. Man benötigt viel Erfahrung, um die ganzen Widrigkeiten des Marktes zu beherrschen.

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