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Riskierter Geldbetrag: Die richtige Positionsgröße berechnen

17. Juli 2023

Hier im Magazin erhalten Sie Neuigkeiten und Wissenswertes rund um das Thema Börse. Weiters finden Sie hier immer aktuelle Informationen zu unseren Produktangeboten. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Ihre Positionsgröße im täglichen Handel richtig bestimmen.

Inhalt

Wer im Börsenhandel unterwegs ist und seine ersten Gehversuche gemacht hat, wird schnell festgestellt haben, dass der Börsenhandel keine Einbahnstraße ist und es gewisse Risiken mit sich bringt, wenn man hier Tag ein Tag aus am aktiven Handel teilnimmt. Früher oder später stößt man dann auf den Begriff Risiko- und Moneymanagement, wobei diesem Thema oft nicht die nötige Aufmerksamkeit gewidmet wird. 

Hier hört man immer wieder, dass man sein Depot in verschiedenen Branchen streuen soll. Außerdem sollte man im Depot in etwa gleich viele Werte Long wie auch Short haben, um eine gewisse Marktneutralität und ausgeglichenes Depot herzustellen und man sollte pro Trade nicht mehr wie ein Prozent riskieren. In allen genannten Punkten steckt natürlich ein Stück Wahrheit, dennoch ist anzumerken, dass es auch immer von der eigenen Persönlichkeit sowie vom eigenen Handelsstiel abhängt, wie man mein Risiko und Moneymanagemet ausrichtet. Das oberstes Ziel eines jeden Traders sollte der Kapitalerhalt sein.

Positionsgröße bestimmen

Im Folgenden wird auf verschiedene Punkte eingegangen, welche für die richtige Positionsgrößenbestimmung beachtet und miteinberechnet werden sollten. Um die unten aufgeführten Punkte besser zu verdeutlichen, stellen wir uns einfach folgendes Beispiel-Depot mit einer Kontogröße von 30.000€ vor.

Einzelpositionsrisiko

Das Einzelpositionsrisiko gibt an, welchen Betrag wir pro Position bereit sind, zu riskieren und bestimmt somit den rechnerisch maximalen Verlust pro Position. Wenn Sie beispielsweise bereit sind, vom Einstieg zum Initialstopp einen maximalen Betrag von 100€ zu riskieren, dann ist dies Ihr Einzelpositionsrisiko. In diesem Beispiel also 0,33 %. 

Wenn sich die Position in die angedachte Richtung bewegt, sodass der Stopp nachgezogen werden kann, dann verringert sich mit kleinerem Stoppabstand auch Ihr Einzelpositionsrisiko. Die Position ist erst aus dem Risiko, wenn der Initialstopp über dem Einstiegskurs bei Long-Richtung und unter den Einstiegskurs bei Shortrichtung gesetzt werden kann. Teilverkäufe sind eine weitere Möglichkeit, das Risiko zu verringern. 

Außerdem ist zu beachten, dass immer ein gewisses Restrisiko durch das Bilden von größeren Gaps bleibt. Auf die Frage, wie viel Prozent ich denn nun von meinem Konto pro Trade bereit bin zu riskieren, gibt es keine Pauschallösung. Dennoch sollten sich hier die meisten Trader zwischen 0,1 und 1,0 % bewegen.

Gesamtpositionsrisiko

Das Gesamtpositionsrisiko ist die Summe aller offenen Positionen, welche noch nicht aus dem Risiko sind. Haben Sie beispielsweise in Ihrem Depot drei Positionen, welche Sie mit einem Einzelpositionsrisiko von 0,5 % pro Trade eröffnet haben, und der Initialstopp konnte noch nicht versetzt werden, dann haben Sie automatisch einen rechnerisch maximalen Verlust von 1,5 % auf Ihrem Depot. 

Sollten die Trades nicht in die angedachte Richtung laufen, sondern der Initialstopp würde bei allen drei Positionen geholt werden, dann hätten wir in unserem Beispiel einen Verlust von 450€. Nun könnte man sagen, dass der Trader im Moment keine neue Position mehr eröffnen sollte, bis er eine dieser Position aus dem Risiko hat. Das Gesamtpositionsrisiko sollte der Trader von daher stets im Auge behalten, um keine größeren Verluste hinnehmen zu müssen.

Positionsgröße berechnen

Bei der Positionsgrößenberechnung spielen drei Faktoren eine wichtige Rolle, welche hier Anhand von Beispielen verdeutlicht werden sollen.

Riskierter Betrag

Der zu riskierende Betrag gibt an, wie viel Geld man maximal bereit ist, pro Position zu verlieren. Nehmen wir anhand unseres Beispieldepots von 30.000€ an, dass wir pro Trade bereit sind, 0,5 Prozent zu riskieren. Dies entspricht genau 150€. Der Einstieg in eine Aktie würde bei 100€ mit einem Stopp bei 98€ stattfinden. Bei 2€ Differenz können wir somit 75 Stück dieser Aktien kaufen. 

Bei einem Kurs von 100€ und einer Stückzahl von 75 würden wir Aktien für den Wert von 7.500€ besitzen. Der Anfänger, aber auch manch fortgeschrittener Händler würde jetzt ggf. schon sagen, dass er sich im Rahmen seines Risikomanagements bewege, da er die Positionsgröße richtig ermittelt habe. Doch jetzt kommt ein weiterer Faktor ins Spiel.

Investierter Betrag

Der zu investierende Betrag gibt an, wie viel Kapital man investieren muss, um eine Position in sein Depot aufzunehmen. Auch dieser Faktor ist von Trader zu Trader wieder sehr unterschiedlich und jeder muss selbst herausfinden, womit er sich wohl fühlt. Sagen wir beispielsweise man ist bereit, maximal 20 Prozent pro Position seines Depots zu investieren. In unserem Beispiel wären das genau 6.000€. In unserer oberen Rechnung kamen wir aber auf eine Summe von 7.500€, somit haben wir eine Differenz von 1.500€.

Die neue Rechnung müsste heißen 6.000€ : 100€ Kurswert = 60 Stück. Jetzt würde sich unser zu riskierender Betrag von 150€ auf 120€ verringern und der zu investierende Betrag würde jetzt mit berücksichtigt werden, da wir nur maximal 20 Prozent des Depots investieren. Jetzt könnte man sagen, man hat sich an sein Regelwerk gehalten und alles richtig gemacht. Dennoch kommt jetzt noch ein weiterer Faktor ins Spiel.

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Wohlfühlfaktor

Der Wohlfühlfaktor ist kein genauer Wert, den es zu berechnen gilt oder den man ermitteln kann. Es ist eher ein Wert, mit dem der Trader sich versucht, im täglichen Handel wohl zu fühlen. Dies soll heißen, dass es für jeden Händler sehr individuell betrachtet eine Summe bzw. Positionsgröße gibt, ab der er innerlich unruhig und nervös wird. Nehmen wir wieder unser oberes Beispiel. 

Sie haben nun die richtige Positionsgröße ermittelt, indem Sir den zu riskierenden Betrag und den zu investierenden Betrag berücksichtigt haben. Im Moment hätten wir ein Risiko von 120€ und einen zu investierenden Betrag von 6.000€.

Was ist aber, wenn Sie psychisch maximal bereit sind, 100€ pro Trade zu riskieren und Ihr Risiko jetzt größer ist als Sie sich wohlfühlen?

Richtig – es wird sicherlich zu Fehlern bei der Tradeeröffnung sowie Tradeverwaltung kommen und Sie können den Trade nicht wie geplant umsetzen. Erst mit steigender Trefferquote, Erfahrung und Selbstsicherheit wird Ihr Wohlfühlfaktor steigen, wobei wie schon erwähnt dies sehr individuell und von Trader zu Trader unterschiedlich ist.

Die Endrechnung unseres Beispiels lautet also:

  • 100€ riskierender Betrag (Wohlfühlfaktor): 2€ = 50 Stück
  • 50 Stück x 100€ Kurswert der Aktie = 5000€ (investierter Betrag.)

Schlusswort

Wie Sie sehen, gibt es bei der Positionsgrößenbestimmung verschiedenste Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt. Es gibt natürlich eine Vielzahl anderer Möglichkeiten, um sein Risiko- und Moneymanagement zu gestalten. Jedoch lautet auch hier die Devise: „Keep it simple“.

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